Welche Regelungen müssen Sie bei mobilen Tankanlagen und der Lagerung von Diesel beachten?

Mobile Tankanlagen, Diesellager im eigenen landwirtschaftlichen Betrieb bzw. eine Eigenverbrauchs-Dieseltankstelle sind in vielen Fällen sinnvoll, um einen optimalen Betriebsablauf und eine schnelle und flexible Versorgung mit Kraftstoff für die Traktoren und Maschinen zu ermöglichen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass es sich bei Dieselkraftstoff um ein Gefahrgut handelt. Wird Diesel im Alltag nicht vorschriftsmäßig gehandhabt, kann es zu Unfällen, Verschmutzungen der Umwelt und auch zur Gefährdung der Gesundheit von Personen kommen.

Die rechtlichen Vorschriften und Regelungen sollen dies verhindern und sind daher unbedingt einzuhalten. Jeder, der Dieselkraftstoff transportiert, lagert und handhabt, muss sich darüber entsprechen informieren. Im folgenden Teil können auch wir Ihnen nur allgemeine Hinweise geben. Gültig sind stets die aktuellen rechtlichen Vorschriften, über die Sie sich bitte auf dem Laufenden halten!

Welche Vorschriften betreffen mobile Tankanlagen?

Mobile Tankanlagen für Dieselkraftstoff unterliegen den nationalen und internationalen Bestimmungen zum Transport von Gefahrgut.

  • National gilt heute die GGVSEB, die „Gefahrgutverordnung Straße, Eisenbahn und Binnenschifffahrt“. Sie hat 2009 die früheren Verordnungen GGVS „Gefahrgutverordnung Straße“ und GGVSE „Gefahrgutverordnung Straße und Eisenbahn“ abgelöst bzw. in sich aufgenommen.
  • International gilt das ADR, das „Accord européen relatif au transport international des marchandises Dangereuses par Route“, auf Deutsch übersetzt „Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße“

.Grundsätzlich sind für den Transport des Gefahrguts nur bauartgeprüfte und zugelassene Behälter einsetzbar, insbesondere Tankwagen, Tankcontainer oder Verpackungen inkl. der sogenannten IBC (Intermediate Bulk Container).

Mobile Tankanlangen werden durch die Gefahrgutverordnung als IBC oder Großpackmittel eingestuft. Sie benötigen keine spezifische Transportgenehmigung. Dennoch sind die Auflagen für den Gefahrguttransport per IBC auch für mobile Tankstellen gültig:

  • Begleitpapiere sind mitzuführen.
  • Sämtliche Öffnungen müssen beim Transport sicher verschlossen sein.
  • Alle regelmäßigen Prüfungen müssen durchgeführt worden sein.

Weiterhin sind Kennzeichnungen nach GGVSEB erforderlich:

  • UN-Nummer (zweifach)
  • Gefahrzettel „Entzündbare Flüssigkeiten“ (zweifach)
  • Kennzeichnung „Umweltgefährdende Stoffe“ (zweifach)
  • Hinweis Sicherheitsratschläge (einfach)
  • Kennzeichnung Stapelbarkeit/ggf. maximale Stapellast (einfach)

Welche Dieselmenge darf in der mobilen Tankanlage befördert werden?

Gemäß ADR sind für den Transport von Kraftstoffen wie Diesel Höchstmengen festgelegt, die man ohne speziellen Gefahrgutschein befördern darf. Für Dieselkraftstoff gilt eine Höchstmenge von 1.000 Litern. Soll gleichzeitig zum Beispiel auch Benzin transportiert werden, darf eine Obergrenze von 1.000 Transportpunkten nicht überschritten werden. Diese Transportpunkte berechnen sich aus der Beförderungskategorie der Kraftstoffe:

  • Diesel Beförderungskategorie 3 = 1 Transportpunkt pro Liter
  • Benzin Beförderungskategorie 2 = 3 Transportpunkt pro Liter (Faktor x3)

Berechnungsbeispiel: 500 Liter Diesel und 100 Liter Benzin sollen transportiert werden.

500 Liter Diesel x1 = 500 Transportpunkte

100 Liter Benzin x3 = 300 Transportpunkte

gesamt: 800 Transportpunkte

Die Menge kann somit nach ADR ohne speziellen Gefahrgutschein transportiert werden.

Welche Vorschriften gelten bei Eigenverbrauchs-Dieseltankstellen?

Diesellagerung bzw. Tankstellen für den eigenen landwirtschaftlichen Betrieb unterliegen ebenfalls verbindlichen Rechtsvorschriften. Grundlegende ist dabei die Einstufung von Dieselkraftstoff als wassergefährdender Stoff der Wassergefährdungsklasse WGK 2 („deutlich wassergefährdend“). Während die Regelungen für die Beschaffenheit der Anlagen früher Ländersache waren, wurden die Vorschriften 2017 bundeseinheitlich zusammengefasst in der AwSV, der „Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen“. Dabei bezieht sich die AwSV ausschließlich auf ortsfest betriebene Anlagen, also nicht auf die mobilen Tankanlagen.

§ 17 AwSV regelt die Grundsatzanforderungen an die betroffenen Anlagen. Sie müssen so beschaffen und betrieben werden, dass

  • wassergefährdende Stoffe nicht austreten können.
  • Undichtheiten aller Anlagenteile, die mit wassergefährdenden Stoffen in Berührung stehen, schnell und zuverlässig erkennbar sind.
  • austretende wassergefährdende Stoffe schnell und zuverlässig erkannt und zurückgehalten sowie ordnungsgemäß entsorgt werden; dies gilt auch für betriebsbedingt auftretende Spritz- und Tropfverluste.
  • bei einer Störung des bestimmungsgemäßen Betriebs der Anlage (Betriebsstörung) anfallende Gemische, die ausgetretene wassergefährdende Stoffe enthalten können, zurückgehalten und ordnungsgemäß als Abfall entsorgt oder als Abwasser beseitigt werden.

Die Anlagen müssen dicht, standsicher und gegenüber den zu erwartenden mechanischen, thermischen und chemischen Einflüssen hinreichend widerstandsfähig sein. Einwandige unterirdische Behälter für flüssige wassergefährdende Stoffe sind unzulässig. Weiterhin sind im AwSV die Vorgaben zur Anzeigepflicht, Anlagendokumentation, Betriebsanweisung, Fachbetriebspflicht und Prüfung geregelt. Besondere Anforderungen entstehen, wenn eine Anlage im Wasserschutzgebiet oder Überschwemmungsgebiet betrieben wird.

Einige wichtige Regelungen im Überblick:
  • Dieseltanks mit Tankvolumen von mehr als 1.000 Liter sind anzeigepflichtig. Die Anzeige ist 6 Wochen vor der Aufstellung der Anlage zu stellen.
  • Behälter und Ausrüstungsteile wie Befüll- und Entnahmeeinrichtungen und Leckanzeigegerät müssen für Dieselkraftstoff zugelassen sein.
  • Durch Doppelwandigkeit bzw. entsprechend dimensionierte Auffangwanne ist sicherzustellen, dass bei einer Leckage kein Diesel auslaufen kann.
  • Tankanlagen benötigen einen Anfahrschutz.
  • Der Abfüllplatz (Zapfschlauchlänge + 1 m) muss so beschaffen sein, dass auslaufender Diesel erkannt, zurückgehalten und schadlos beseitigt werden kann.
  • Gegen Überfüllschäden bei der Betankung ist Bindemittel in ausreichender Menge bereitzuhalten.
  • Die Kraftstoffabgabe aus Lagerbehältern mit mehr als 1.000 Liter darf nur durch selbsttätig schließende Zapfventile erfolgen. Bei kleineren Behältern sind auch von Hand betriebene Pumpen mit Absperrhahn am Füllschlauch zulässig sowie elektrische Pumpen, die bei Stillstand durch Handschalter vom Stromnetz getrennt sind.

Bitte informieren Sie sich beim Betrieb der eigenen Diesellager oder Hoftankstellen regelmäßig über die aktuellen Bestimmungen!

Vorschriften für Diesellagerung und stationäre und mobile Tankanlagen unbedingt einhalten!

Die Vorschriften für Diesellagerung, Transport sowie für den Betrieb stationärer und mobiler Tankanlagen im landwirtschaftlichen Betrieb sind nicht immer einfach. Darüber hinaus werden die Vorschriften immer wieder überarbeitete und zum Beispiel nach technischen Erkenntnissen und Neuerungen aktualisiert. Halten Sie sich unbedingt über die aktuellen Vorschriften auf dem Laufenden, da Verstöße grundsätzlich und nicht zuletzt bei schwerwiegenden Folgen durch Unfälle oder Verschmutzungen empfindliche Strafen nach sich ziehen können!

Mehr zu Lagerung und Verwendung von Dieselkraftstoff im landwirtschaftlichen Betrieb lesen Sie auch in unserem Hauptartikel.