Der Einsatz von Düngemitteln in der Landwirtschaft ist eine Grundvoraussetzung für die Bodenfruchtbarkeit und Versorgung der Pflanzen mit Nährstoffen. Die aktuellen Auflagen des Düngegesetzes (DüG), der Düngemittelverordnung (DüMV) und der Düngeverordnung (DüV), ohne dass man ein Ende sieht, bestimmen die Landwirte und die tägliche Arbeit. Gar nicht so einfach da noch gute Lebensmittel für wenig Kosten herzustellen. Wie kann man die Auflagen jedoch in Chancen umwandeln und Nutzen und Arbeitseffektivität steigern? Wir beantworten die 12 wichtigsten Fragen mit Benjamin Menn zum Thema Flüssigdünger: Lagerung und Kosteneinsparung sowie genaueres Düngen in Zeiten von der neuen Düngeverordnung (DüV) und dem Risikofaktor von wachsenden Naturschutzbündnissen.

Auch für Flüssigdünger gilt daher: Sie müssen geeignet sein, dass Wachstum von Nutzpflanzen wesentlich zu fördern und den Ertrag wesentlich zu erhöhen, aber auch die Qualität wesentlich zu verbessern oder die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten oder nachhaltig zu verbessern.

Umgekehrt darf auch von Flüssigdüngern bei sachgerechter Anwendung keine Gefahr für die Gesundheit von Menschen und Tieren sowie für den Naturhaushalt ausgehen

 

  1. Ich habe einen guten Düngerstreuer. Weshalb sollte ich auf Flüssigdünger umsteigen?

  2. Ab wann und warum rechnet sich eine Umstellung auf Flüssigdünger für mich?

  3. Sind Preisverhandlungen mit Händlern möglich?

  4. Kann ich mir Zeit und Aufwand dadurch einsparen?

  5. Das hört sich ja alles sehr gut an, aber ich mache mir noch sorgen mit dem Aufbau des Lagers. Das ist viel Bürokratie und Aufwand. Wasserschutzverordnung und Baugenehmigungen – Wie sieht es damit aus?

 

  1. Welche Gegebenheiten muss ich erfüllen solch ein Tank aufzustellen?

  2. Wie ist die Befüllung des Tanks?

  3. Wie dosiere ich die Entnahme, wenn ich das Güllefass zufüllen möchte mit Flüssigdünger?

  4. Ist der Tank und die Leitung frostsicher?

 

  1. Was ist, wenn der doppelwandige Tank überfüllt wird oder der innere Tank gerissen ist?

 

  1. Muss der Tank an der Bodenplatte gesichert werden oder kann dieser bei Wind / Sturm umfallen?

 

  1. Was würden Sie sagen, Herr Menn, sind zusammengefasst die größten Vorteile zur Umstellung auf Flüssigdünger und den Kauf der dazugehörigen Tanks?

 

Zunächst einmal sollten wir genau wissen wie der Transport der Mineralien zur Pflanze und dessen Umsetzung und Wirkungsweise funktioniert:

Der Stickstoff durchläuft im Boden bestimmte Umwandlungsprozesse um pflanzenverfügbar zu werden. Während Nitrat direkt von den Pflanzen aufgenommen wird, müssen Ammonium und Harnstoff zunächst in Nitrate umgewandelt werden. Die Stoffe untereinander sind wie Hemmer, damit die Stickstoffe über einen längeren Zeitraum an der wachsenden Pflanze wirken. Das ist bei allen Düngern gleich. Bei Granulat ist es so, dass dieser zuerst mit Niederschlag in Berührung kommen muss, damit sich das Nitrat NO4 freisetzt. Durch die hohe Mobilität des Nitrats wird es von der Pflanze bevorzugt.

In Deutschland ist mit zunehmender Trockenheit und Dürre zu rechnen. Das heißt wir müssen auf Niederschlag hoffen oder warten. Flüssigdünger AHL hat einen erhöhten N-Gehalt von 28% pro Tonne und geht direkt ins Erdreich.

Ammoniak wird in dem Umwandlungsprozess in Ammonium NH³ umgewandelt. Geschieht dies jedoch an der Bodenoberfläche, aufgrund zu geringer Einwaschung durch Niederschlag, sind die Verluste des N-Gehaltes am Höchsten und können nicht mehr von der Pflanze aufgenommen werden. Die Auswaschung ist im Herbst/Winter am höchsten, wenn es zu massiven Niederschlägen kommt und das Ammonium nicht schnell genug von der Pflanze aufgenommen worden ist. Dies kann durch Ausbringung von AHL kompensiert werden.

In der Zukunft wird in allen Bereichen deutlich mehr Wert auf „Precision Farming“ gelegt. Eine präzise an den Bedarf angepasste Düngung beugt einer Auswaschung oder einer zu geringen Einwaschung vor.


Ich habe einen guten Düngerstreuer. Weshalb sollte ich auf Flüssigdünger umsteigen?

Viele Betriebe, die auf Flüssigdünger umstellen, können bereits auf vorhandene Technik zurückgreifen: Feldspritzen, die für Pflanzenschutzmittel verwendet werden, können in der Regel auch für Flüssigdünger wie AHL eingesetzt werden.

Zudem ist die Genauigkeit ein großer Vorteil – vor allem bei den Feldrändern. Die Ränder werden oft vernachlässigt, da mit Granulat der Streuer ungenau und zu weit streut. Über die Grenzen hinaus zu düngen ist zumal nicht erlaubt und kostet eine Menge Kalkammonsalpeter (KAS), der mir nichts bringt. Ohne über die Ränder hinaus zu düngen, muss ich auf die größtmögliche Menge des Granulats verzichten, dadurch fehlen am Rande oft die Erträge und somit habe ich entweder zu viel gedüngt oder weniger Ertrag. Mit dem Flüssigdünger kann ich bis an den Feldrand genau Düngen somit habe ich weniger Dünger verbraucht und besseren Ertrag bekommen. Das gilt genauso für Grünflächen.

Ein bekannter Düngerstreuerhersteller hat einen Bericht veröffentlicht über Düngeversuche mit einer Dauer von drei Jahren rausgebracht, die zugeben, dass die beste Düngung diejenige ist, die Ränder mit Flüssigdünger zu düngen um die Genauigkeit zu behalten und im inneren mit dem Düngerstreuer. Jedoch ist es natürlich verwegen zu sagen von dem Hersteller, dass alleine eine Flüssigdüngerspritze besser ist. Vor allem, weil ja dann an den Rändern zum Flüssigdüngerstreifen wieder Überlappungen vorhanden sind.

Der Wind ist nicht zu unterschätzen und sollte bei der Ausbringung von Granulat im Auge behalten werden, denn schon eine kleine Briese kann zu Streufehlern führen.

Flüssigdünger hat früher oft zu Verbrennungen und braunen Blättern geführt. Natürlich muss der Landwirt wissen, wann man fährt und wann nicht. Jedoch ist heutzutage die Düsentechnik so fortgeschritten, dass eine Verbrennung kaum möglich ist. Nutzen Sie großtropfige Düsen zur Ausbringung um Verbrennungen zu vermeiden.

 

Ab wann und warum rechnet sich eine Umstellung auf Flüssigdünger für mich?

Wir nehmen mal die zwei Beispiele eines reinen Ackerbaubetriebes und eines Michviehbetriebes mit eigenem organischem Dünger.

Der Ackerbaubetreib kommt aus dem Landkreis Neunkirchen im Saarland. Er hat 155ha Fläche die er bewirtschaftet. Insgesamt hat er laut seinen Berechnungen ein Gesamt-N-Bedarf von 27.900 kg N/ha. Umgerechnet auf den Bedarf an 66,3t KAS 27 (245 €/t) und 21,74t Harnstoff 46 (355 €/t) sind dies 88,04t Feststoffdünger – gesamt also 23.961,20 €/Jahr. Wenn wir das Ganze mit Flüssigdünger AHL 28 (170,00 €/t) umrechnen sind wir auf 16.938,80 €/ Jahr. Also eine Ersparnis von 7.022,40 €/ Jahr oder auch in ha zu sprechen bei einem Weizenpreis von 140€/t: Wir gewinnen 8ha Ertrag dazu.

Der Milchviehbetrieb kommt aus dem Landkreis Schwäbisch Hall in Baden-Württemberg und hat 440 ha Ackerfläche (ohne Grünland) zu bewirtschaften. Er hat einen Gesamt-N-Bedarf von 21.400 N/ha. Der niedrigere Bedarf liegt an der vorhandenen Menge des organischen Düngers, die er durch seine Milchkühe erwirtschaftet. Rechnen wir nun den Gesamt-N-Bedarf von  55,18t KAS 27  (155 €/t) und 14,13t Harnstoff 46 (310 €/t) sind dies 69,31t Feststoffdünger – gesamt also 15.692,20 €/Jahr. Das macht eine Ersparnis von 3.844,00 €/Jahr oder in ha zu sprechen bei einem Weizenpreis von 140€/t: 4ha Ertrag gewinnen wir hinzu.

Das grobe Fazit ist also, dass für einen reinen Ackerbaubetrieb ohne die Eigenproduktion von Gülle sich die Umstellung auf Flüssigdüngerausbringung und der Kauf eines doppelwandigen Flüssigdüngertank bereits ab dem 2. Jahr bezahlt gemacht hat. Bei einem Mischbetrieb ab dem 4. Jahr

Sind Preisverhandlungen mit Händlern möglich?

Ja, vor allem dann, wenn man unabhängig von der Lagerung ist. Im Sommer / Herbst ist der Preis für die Tonne Flüssigdünger in der Regel am niedrigsten. Im Frühjahr am Höchsten. Viele kaufen den Flüssigdünger im Herbst und lassen ihn bis zum Frühjahr beim Händler lagern. Gegen Aufpreis, versteht sich. Zudem kommt die Unabhängigkeit vom Händler. Wenn ich am Wochenende düngen will, weil das Wetter passt, dann macht mir kein Händler extra die Tore auf, wenn ich nicht vorgesorgt habe. Durch die Lagerung auf dem eigenen Betrieb bin ich unabhängig. 

Kann ich mir Zeit und Aufwand dadurch einsparen?

Klares Jein. Mit der Spritze fährt man langsamer, hat aber dafür mehr Inhalt und deswegen eine höhere Umschlagsrate. Bedeutet ich fahre weniger zum Betrieb und verbrauche Zeit auf der Straße. Im Umkehrschluss bin ich mit dem Streuer zwar schneller auf dem Feld dafür aber öfter auf der Strecke zum Betrieb.

Was sich zeitlich überhaupt nicht lohnt ist, wenn man, wie es eben sehr häufig vorkommt, Flüssigdünger in IBC-Containern oder Feststoffdünger in Bigpacks lagert. Da brauch man dann schon den Gabelstabler, Radlader oder den Teleskoplader um den Dünger einzufüllen. Klar, hat ein Betrieb min. eins der genannten Lader, aber der muss dann schon bereitstehen oder eben auch nicht zu dem Zeitpunkt in Betrieb bei wem anders sein.

Bei dem Tank kann ich anschließen und laufen lassen. Die Pumpleistung beträgt 400 – 450 L pro Minute und kann durch die Spritzenpumpe noch erhöht werden.

 

Das hört sich ja alles sehr gut an, aber ich mache mir noch sorgen mit dem Aufbau des Lagers. Das ist viel Bürokratie und Vorschrift aufgrund der Wasserschutzverordnung und Baugenehmigungen – Wie sieht es damit aus?

Das ist überhaupt nicht mehr viel Arbeit. Seit August 2017 ist die Wasserschutzverordnung bundeseinheitlich geregelt. Alle Medien innerhalb der Wassergefährdungsklasse 1 sowie auch AHL, bis zu einer Lagerkapazität von 100.000L sind in der Stufe A eingeordnet. Das heißt alles was innerhalb der Stufe A liegt ist nicht anzeigepflichtig bei der unteren Wasserbehörde. Somit ist das Lager bei Inbetriebnahme nicht prüfpflichtig und obliegt keiner wiederkehrende Prüfpflicht.

Baurechtliche Maßnahmen sind nicht bundeseinheitlich geregelt und ist somit nicht klar zu beantworten, da Kreise mal über Standort mal, über Höhe entscheiden. Dadurch das aber Kran- und Hebeösen vorhanden sind ist es im Prinzip eine mobile Anlage, die keiner Baugenehmigung unterliegt. Dies ist rechtlich aber eine Grauzone. Eine Baugenehmigung kann man sich aber auch gegen ein wenig Mühe und Kosten besorgen. Das sollte kein Problem darstellen.

Welche Gegebenheiten muss ich erfüllen, dass ich einen Tank aufstellen kann?

Ein Betonfundament ist ausreichend. Vor allem weil dort mehrere Tonnen Last auf den Boden einwirken und man natürlich auch die nächsten 20/30 Jahre den Tank noch unversehrt dort stehen haben will. Ich muss eine Stromversorgung dort hinlegen, damit der Schaltschrank mit Strom versorgt ist. Wichtig ist, dass der Standort so gewählt ist, dass man mit der Pflanzenschutzspritze gut rankommt. Für den LKW ist das eigentlich nebensächlich – die haben meist mehrere Meter Schlauch mit dabei den die verlegen können. Das kostet auch kein Aufpreis. Der Doppelwandige kann und darf draußen stehen. Einwandige Tanks müssen in einem Auffangbecken stehen, dass das min. 100% des Inhalts von dem größten Tank fasst. ausfangen könnte. Da es aufgrund von Niederschlag keinen Sinn macht, dieses Lager unüberdacht zu haben, wäre hier ein Platz in der Halle oder unter einem Vordach vorgesehen. Flüssigdünger muss doppelwandig gelagert sein.

Wie funktioniert die Befüllung des Tanks?

Benjamin Menn: LKW kommen lassen. Schlauch anschließen und fertig. Sehr einfaches Handling. Der Tank ist von uns mit einer Tankwagenkupplung in Arbeitshöhe versehen. Der LKW-Fahrer schließt seinen Schlauch an die Kupplung an und baut drückt mit Hilfe von Druckluft die Flüssigkeit durch die Zuleitung hoch und füllt somit den Tank. Mit der Überfülllsicherung hört der Fahrer, wann der Tank zu 95% gefüllt ist, denn dann ertönt eine Warnhupe aus dem Schaltschrank des Tanks. Durch den Kugelhahn ist ein Austreten von Flüssigkeit nicht mehr möglich. Das heißt der Bereich rund um den Tank ist zu jederzeit sauber und Flüssigdünger wird umweltfreundlich gelagert.

 

Wie dosiere ich die Entnahme, wenn ich das Güllefass zufüllen möchte mit Flüssigdünger?

Benjamin Menn: Von uns gibt es eine Tauchpumpe die in dem Tank verbaut werden kann. Die ist aus Edelstahl und speziell für Flüssigdünger entwickelt. Due Pumpe wird über einen Schalter im Schaltkasten gesteuert. In dem Schaltschrank ist ebenso eine Füllstandanzeige die Ihenn d en genauen Inhalt des Tanks anzeigt. Die Dichte der zu lagernden Flüssigkeit kann in der Füllstandsanzeige angepasst werden, und somit haben sie immer das richtige Volumen.

 

Herr Menn, ist der Tank und die Leitungen frostsicher?

Flüssigdünger AHL hat einen Kristallationsbeginn bei minus 17 Grad. Das dieser Flüssigdünger einfriert ist in der Regel nicht möglich. Die Flüssigkeit ist im doppelwandigen Tank noch besser geschützt, denn die gefrierende Kälte muss sich durch die erste dicke Kunststoffschicht arbeiten, dann durch einen Luftraum und dann wieder durch eine dicke Kunststoffschicht bis es dann überhaupt an dem Flüssigdünger angekommen ist. Die äußeren Zuleitung sind niemals mit Flüssigkeit gefüllt, denn der LKW drückt mit Luftdruck die Flüssigkeit in den Tank.

 

Was ist, wenn der doppelwandige Tank überfüllt wird oder der innere Tank gerissen ist?

In dem Zwischenraum des Tanks ist eine Leckagesonde eingebaut. Sollte der innere Tank gerissen sein und Flüssigkeit in den Zwischenraum gelangen ertönt ein Warnton zur Meldung der Leckage. Darum wird sich dann ein Mitarbeiter von uns Kümmern, da wir auf den Tank min. 10 Jahre Garantie geben. Nicht immer ist ein Leck der Grund für das Ertönen der Leckage Sonde, sondern eine Überfüllung des inneren Tanks. Unser doppelwandiger Tank ist der einzige auf dem Markt mit einem zusätzlichen Leerrohr im Zwischenraum. Darüber können sie überfüllte Mengen absaugen. Und dem Tank ist kein Schaden angerichtet.

Zudem haben wir den Vorteil, dass wir auf UV-Beständigkeit besonders Wert legen und keine Weichmacher in unserem PE-Kunststoff einsetzen. Das haben wir zertifiziert. Weichmacher lassen das Material auf Dauer ermüden und porös werden bei direkter Sonneneinstrahlung. Was schlussendlich zu Bruchstellen führt. Wir minimieren die Gefahr auf Bruchstellen noch weiter indem wir die Tanks aus einem Guss im eigenen Rotationsverfahren in Frankreich herstellen. Das macht die Langlebigkeit extrem hoch. Auch wir denken an Nachhaltigkeit.

 

Muss der Tank an der Bodenplatte gesichert werden oder kann dieser bei Wind / Sturm umfallen?

Zuerst einmal hat der Tank ein Eigengewicht von 1.520 Kg bei der 25.000 L Variante.  Da muss schon ein kleiner Tornado kommen um den umzuschmeißen. Dennoch sollte man den Tank möglichst in einen windgeschützen Bereich aufstellen. Des weiteren sind oben an dem Tank vier Kran- und Hebeösen integriert. An diesen Ösen kann man mit Abspannseilen den Tank am Boden sichern.

 

Was würden Sie sagen, Herr Menn, sind zusammengefasst die größten Vorteile zur Umstellung auf Flüssigdünger und den Kauf der dazugehörigen Tanks?

Die Kosteneinsparung, Gewinn- und Ertragsoptimierung, der Sicherheitsaspekt und die absolut einfache Bedienung des Systems. In Zeiten von ständig wechselnder Agrarpolitik ist es umso wichtiger präziser zu Düngen. Zudem kommen die langanhaltenden Dürreperioden immer häufiger mit dem Klimawandeln einher, da ist es gut sich nicht auf Niederschlag verlassen zu müssen.